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36 Ergebnisse für "Unter uns"

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Unter uns: Die vier Elemente der Alpen · Wasser, blaues Gold (2/4)42 min

Unter uns: Die vier Elemente der Alpen · Wasser, blaues Gold (2/4)

10.11.2024 | BR

Die Alpen spielen bei der Wasserversorgung Europas eine zentrale Rolle. Das Wasser, das sich aus den Bergen herab über Bäche und Flüsse seinen Weg bahnt, versorgt selbst entfernt gelegene Regionen. Wie nah Wasserreichtum und Wasserknappheit beieinander liegen können, zeigt sich im Verzascatal im Schweizer Kanton Tessin. Im kleinen Dorf Frasco, am Ende des Tals, betreiben Noè Zardi und sein Großvater Guglielmo Ferrini eine alte Mühle. Angetrieben wird sie rein durch die Kraft des Wassers, das von einem Gebirgsbach abgezweigt wird. Das Maismehl, das die beiden hier mahlen, wird seit Jahrhunderten für die Polenta verwendet. Nur wenige Kilometer flussabwärts, am Berghang Föpia, hatten die Menschen hingegen ständig mit Dürren zu kämpfen, weil der Boden sehr wasserdurchlässig ist. Trotzdem musste man die Felder bewirtschaften und die Tiere tränken. Deshalb schlug man große Wasserbecken aus monolithischen Granitsteinen und sammelte darin das Regenwasser. Wie wertvoll das Wasser ist, weiß auch Hüttenwirt Christian Rimml. Er bewirtschaftet die Erlanger Hütte in den Ötztaler Alpen. Auf über 2.500 Metern gelegen, speist sich die gesamte Hütte durch das Wasser des Wettersees. Ein kleines Wasserkraftwerk sorgt für den Strom, eine UV-Anlage im Keller bereitet das Wasser als Trinkwasser auf und selbst zum Kochen verwendet der ehemalige Chefkoch eines Vier-Sterne-Hotels das Wasser aus dem Bergsee. Die Rohne, der wasserreichste Fluss Frankreichs, entspringt in den Schweizer Alpen, am Rhonegletscher. Die Glaziologin Inès Dussaillant forscht seit Jahren zum Zustand der Alpengletscher und beobachtet deren Abschmelzen mit großer Sorge. Um mindestens drei Meter ist die Eisdicke des Rhonegletschers allein im Jahr 2022 zurückgegangen. Gerade in den späten Sommermonaten, Juli, August, September, wird sich das auch auf die Rhone auswirken, die dann kaum mehr Wasser führen wird.

Unter uns: Die vier Elemente der Alpen · Feuer, leuchtende Zeichen (1/4)43 min

Unter uns: Die vier Elemente der Alpen · Feuer, leuchtende Zeichen (1/4)

03.11.2024 | BR

Im Schmiedeofen von Kurtatsch beherrscht Heinrich Hauser das Spiel mit dem Feuer. Die Werke des Freiformschmieds sind weit über die Region hinaus bekannt. Heinrich gibt sein Wissen rund um Metall und Feuer an seinen Sohn Elias weiter, der die Schmiedetradition fortsetzen möchte. Auf dem Zmailerhof oberhalb von Schenna, geführt von Hans Thaler und seiner Frau Martha, wird mit Holz geheizt und gekocht. In der Selchküche entzündet Martha jeden Morgen ein Feuer im Herd, auf dem sie die Speisen für ihren Hofschank kocht. Hans muss unterdessen mit der Heuarbeit vorankommen, da auf seiner Wiese schon bald ein besonderer Feuerbrauch stattfinden wird. Die Feuergefahr ist stets präsent, wie Peter Raichs Geschichte zeigt. Als Bauer und Feuerwehrmann musste er direkt vom Festtagsanzug zur Einsatzuniform wechseln, um einen Waldbrand am Flatscherhof abzuwehren. Die Nacht, die beinahe in einer Katastrophe endete, hinterließ sichtbare Narben und ein Bewusstsein für die ständige Bedrohung durch Feuersbrünste. Die Herz-Jesu-Verehrung ist in ganz Tirol tief verwurzelt. Drei Wochen nach Pfingsten wird in der Kirche von Schenna von Mesnerin Burgi Waldner und Zeno Klotzner das Herz-Jesu-Gemälde auf den Hochaltar gesetzt. Darauf ist der Heiland mit brennendem Herzen zu sehen. Es symbolisiert das ewige Feuer der Liebe Jesu und wird mit einer kirchlichen Prozession gefeiert. Jährlich am Herz-Jesu-Sonntag entzünden viele hundert Gruppen von Tirolern die traditionellen Bergfeuer. Diese Feuer, die auf einen Schwur aus dem 18. Jahrhundert zurückgehen, haben je nach Ort verschiedene Formen. Für die Form am Zmailerhof ist Michael Illmer mit seinen Freunden zuständig. Sie tragen dafür über 80 Blechdosen, Stoffreste und kanisterweise Brennstoff auf die Wiese, um nach einem überlieferten Plan ihr Feuerzeichen in den Nachthimmel zu malen.

Unter uns: Einsatz fürs Bergidyll · Im Hintersteiner Tal42 min

Unter uns: Einsatz fürs Bergidyll · Im Hintersteiner Tal

27.10.2024 | BR

Das Hintersteiner Tal mit dem Dorf Hinterstein gehört zum Marktort Bad Hindelang und ist noch ein kleines Paradies. Das Filmteam trifft Menschen, die sich mit großer Leidenschaft darum kümmern, dass die schöne, artenreiche Kulturlandschaft auch für kommende Generationen lebenswert bleibt. Auch für die Besucher, die sich zahlreich einfinden. Der Nebenerwerbsbauer Christian Agerer sorgt mit den wenigen Landwirten, die noch im Tal leben, dafür, dass die ausgedehnten Weideflächen weiter bewirtschaftet werden. Zusammen mit der Weidegenossenschaft und der Gemeinde Bad Hindelang suchen sie nach kreativen Lösungen, denn viel Geld steht nicht zur Verfügung. Auf der Zipfelsalpe versorgt Max Kotz im Sommer über 200 Jungrinder, hält die Weiden von Büschen und Bäumen frei, zudem bewirtet er Wanderer, denn vom Hirtenlohn könnte seine Familie nicht leben. Und auch die Alpen bekommen den Klimawandel immer mehr zu spüren: Es wird trockener und man muss jetzt in die Wasserversorgung investieren. Die Naturschutzwächterin Tamara Rusch wandert regelmäßig zu sensiblen Stellen im Naturschutzgebiet. Vor allem am viel besuchten Schrecksee sorgt sie dafür, dass sich die Touristen an die Regeln im Naturschutzgebiet halten. Ein Ehrenamt, für das die junge, berufstätige Frau und Mutter viel Freizeit opfert. Auch der Berufsjäger Michael Bentele muss auf Touristen aufpassen, die sich mitunter in seinem Revier herumtreiben. Viel Arbeit machen die auch der Hintersteiner Bergwacht. Bereitschaftsleiter Raphael Müller und seine Kameraden führen etliche Rettungseinsätze im Jahr durch - ebenfalls ehrenamtlich, egal bei welchem Wetter und zu welcher Uhrzeit. Doch die Wirtsleute der Alpenvereinshütte Prinz-Luitpold-Haus sind froh über die vielen Gäste, denen sie das schönste Leben verdanken, das sie sich vorstellen können - mitten im Bergparadies.